2045 — Vorfahrt für Klimaschutz! Die Officewelt kann mit Sharing einen entscheidenden Beitrag leisten.

Deutschland hat ein neues Ziel: Klimaneutralität soll nicht erst im Jahr 2050, sondern schon 2045 erreicht werden!

Grundrechte verlangen mehr Klimaschutzanstrengung

Die Zeitmarke „2045“ hat sich die Bundesregierung nicht freiwillig ausgesucht. Die entsprechende Gesetzesnovelle ist notwendig, weil das Bundesverfassungsgericht in einem wegweisenden Urteil eine Reform des erst im Dezember 2019 beschlossenen Klimagesetzes bis Ende 2022 verlangt. Aus Sicht des Verfassungsgerichts greift das bisherige Klimaschutzgesetz zu kurz, es ist in Teilen nicht mit den Grundrechten vereinbar. Es fehlen ausreichende Vorgaben für die Emissionsminderung ab 2031. Da das kritisierte Klimaschutzgesetz lediglich bis zum Jahr 2030 Maßnahmen für eine Emissionsverringerung vorsah, würden die Gefahren des Klimawandels auf Zeiträume danach und damit zulasten der jüngeren Generation verschoben. Einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur wie geplant auf deutlich unter 2 Grad und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, sei dann nur mit immer dringenderen und kurzfristigeren Maßnahmen machbar.

In der richterlichen Begründung heißt es konkret und klar: Es „… darf nicht einer Generation zugestanden werden, unter vergleichsweise milder Reduktionslast große Teile des CO2-Budgets zu verbrauchen, wenn damit zugleich den nachfolgenden Generationen eine radikale Reduktionslast überlassen und deren Leben umfassenden Freiheitseinbußen ausgesetzt würde. Künftig können selbst gravierende Freiheitseinbußen zum Schutz des Klimas verhältnismäßig und verfassungsrechtlich gerechtfertigt sein; gerade deshalb droht dann die Gefahr, erhebliche Freiheitseinbußen hinnehmen zu müssen. Weil die Weichen für künftige Freiheitsbelastungen bereits durch die aktuelle Regelung zulässiger Emissionsmengen gestellt werden, müssen die Auswirkungen auf künftige Freiheit aber aus heutiger Sicht verhältnismäßig sein. Auch der objektivrechtliche Schutzauftrag des Art. 20a GG schließt die Notwendigkeit ein, mit den natürlichen Lebensgrundlagen so sorgsam umzugehen und sie der Nachwelt in solchem Zustand zu hinterlassen, dass nachfolgende Generationen diese nicht nur um den Preis radikaler eigener Enthaltsamkeit weiter bewahren könnten.

Der Gesetzgeber ist gezwungen, entsprechend nachzubessern. Schloss sich Deutschland bislang den EU-Klimazielen lediglich an, müssen nunmehr nationale Ziele stärker gewichtet werden. Neben dem übergeordneten Ziel Klimaneutralität bis 2045 sind auch Zwischenziele wichtig. Unter anderem sollen 65% der Treibhausgase bis 2030 und Emissionen im Allgemeinen um 88% bis 2040 reduziert werden. Eine Herkules-Aufgabe, zumal Ökologie und Ökonomie im Einklang gefördert werden müssen.

Klimaneutralität: große Herausforderung und gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Was bedeutet Klimaneutralität eigentlich? Vereinfacht gesagt, unser Klima wird durch unsere Aktivitäten nicht beeinflusst. Entweder verursachen wir demnach keine Treibhausgasemissionen oder reduzieren unsere CO2-Emissionen deutlich und kompensieren das ausgestoßene CO2 an anderen Stellen wieder.

Gefordert ist natürlich nicht nur die Legislative — gefordert sind wir alle, wollen wir nicht scheitern! Klingt wie eine Plattitüde, ist dennoch unumstößlicher Fakt. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind kein Auftrag an wenige Einzelne, sondern gemeinschaftliche Verantwortlichkeit und vor allem Aufgabe unserer Generation, so expressis verbis auch das Verfassungsgericht in seiner Urteilsbegründung.

Sharing fördert Sustainability

Nachhaltigkeit durch Einschränkung allein kann nicht die Devise sein. Kluge, fortschrittliche Lösungen sind gefragt. Ganz vorne: Sharing-Konzepte. Teilen an sich ist natürlich keine Innovation — es gehört immer schon zum Alltag, ist Wesen von Nachbarschaftshilfe, Mitfahrzentralen, Bibliotheken, Gebot von Glaubenslehren, eine echte Herausforderung in der Kindererziehung und im Übrigen ein unbestreitbar netter Wesenszug des Menschen. Im Fokus der hier gemeinten Sharing Economy steht aber nicht das nach Teilung nur noch halb so große Pausenbrötchen, das der Spender gerne selbst ganz gegessen hätte. Die Sharing Economy steht für bewussteres, ressourcenschonendes Nachfrageverhalten: die gemeinsame, temporäre Inanspruchnahme (Collaborative Consumption) von etwas. Treiber dieses veränderten Verhaltens ist nicht zuletzt ein Kultur- und Wertewandel: Nutzen statt Besitzen, Nachhaltigkeit und Be Social stehen im Vordergrund. Die bestechende Logik der durch das Web ermöglichten und forcierten neuen Kultur des Teilens wird deutlich am Bohrmaschinenbeispiel: Es gibt in fast jedem Haushalt mindestens eine funktionierende Bohrmaschine. In den USA sind es rund 80 Mio., sie werden in ihrer Lebenszeit insgesamt nur etwa 13 Minuten(!) eingesetzt und liegen damit die allermeiste Zeit ungenutzt im Schrank. Auch das lediglich allein genutzte Fahrzeug ist bekanntlich mehr Stehzeug als in Bewegung. Beides ist das Gegenteil von nachhaltig. Teilen von Bohrmaschinen und Autos wirkt dem entgegen. Entsprechend haben sich Sharing und digitale Sharingplattformen in vielen Bereichen bereits durchgesetzt — man denke nur an die Erfolgsgeschichten und disruptive Kraft von Uber bei Mobilität oder Airbnb bei Unterkünften.

Nachhaltigkeit in der Immobilienwelt? Auf den Bestand kommt es an!

Während Sharing bei Autos, Unterkünften und Bohrmaschinen bereits seit langem Usus ist, gibt es in der gewerblichen Immobilienwelt noch großes Aufholpotential. Dabei ist die Branche wie kaum eine andere gefordert, Antworten für mehr Nachhaltigkeit zu geben. Warum? Bau und Gebäude sind für 40% des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Der Verkehr zwischen Wohnen und Arbeiten erhöht die Umweltbelastung weiter. Versiegelung durch Siedlungs- und Verkehrsfläche ist ein weiteres kritisches Thema, sie beträgt 15 % der Gesamtfläche Deutschlands. Die Übersetzung von Nachhaltigkeit in Immobilien und Räume ist also enorme Herausforderung und Chance zugleich.

Worauf liegt bisher das Augenmerk der Entwickler, Planer, Financiers, Verbände und Politik? Auf Energieeinkauf (Beschaffungsperspektive), energetischer Optimierung von Gebäudehülle und Anlagentechnik (Ingenieursperspektive) sowie Gebäudezertifikaten, zumeist bei Verwaltungsgebäuden (Investitions- und Marketingperspektive). Also wird eifrig zertifiziert, nach LEED, BREEM, DGNB oder selbsterfundenem Label (ein Schelm, wer Böses dabei denkt), und beeindruckende Architektur, nicht selten auf der vormals grünen Wiese, realisiert und bewundert. All das hat bisher nicht gereicht und lässt weniger nachhaltige Gebäude — die große Mehrheit — nicht vom Planeten verschwinden. Die Welt ist ja bereits bebaut. Des Teufels Advokat würde deshalb nicht völlig unberechtigt sagen: Diese glänzenden Neubaufassaden sind der Sondermüll von morgen. Das nachhaltigste Gebäude ist doch das, das nicht gebaut wird.

Der Nachhaltigkeitsschlüssel muss also für den Bestand gefunden werden. Tatsächlich liegt er hier schon auf der Hand, genauer gesagt in dessen Auslastung. Bessere Auslastung der „Eh-da-Flächen“ ist das Zauberwort. Die benötigte Flächenauslastung wird aber nicht durch eng gestaffelte Schreibtische in Großraumbüros erreicht. Entsprechendes Workplacelayout ist zudem, das zeigt die COVID-19-Pandemieerfahrung, keine wirklich gesunde Option. Das Thema Gesundheit in Räumen ist, erstaunlich spät, endlich ins Bewusstsein gerückt und wird und muss dort bleiben, zum Schutz von Mitarbeitern und Gästen, aus Betreiber- und Arbeitgeberverantwortung und nicht zuletzt zur Förderung von Wohlbefinden, Kreativität und Produktivität am Arbeitsplatz.

Revolution durch Officesharing

Wie kann also die notwendige Nachhaltigkeitsrevolution in Verwaltungsgebäuden und Büros gelingen? Auch hier kann Sharing einen entscheidenden, wenn nicht den entscheidenden Lösungsbeitrag liefern. Übersetzt in die Immobilienwirtschaft bedeutet das Sharing-Konzept: höherer Flächenauslastungsgrad gleich effizientere Ressourcennutzung gleich weniger Immobilie für das gleiche Ergebnis. Ergo: Je mehr Sharing, desto weniger Immobilie wird gebraucht. Heißt: weniger Neubau, weniger Flächenversiegelung, weniger Pendelverkehr, weniger Ressourcenverbrauch, weniger CO2 pro Arbeitsstunde und Quadratmeter.

Wie funktioniert das konkret? Sie oder ihr Team teilen sich mit anderen Personen, Teams, Firmen Büro, Schreibtische, Konferenzraum, Schulungsraum oder Meetingfläche. Dies kann zeitgleich erfolgen — Ausprägung Coworking — oder zeitlich versetzt. In letzterem Fall hat jeder den Workspace für sich in seiner Zeit exklusiv. Alle profitieren durch die gemeinsame Nutzung von geringeren Kosten, Flexibilität sowie bedarfsgerechten Räumlichkeiten und Arbeitsmöglichkeiten.

Welche Büroflächen kommen in Betracht? Richtigerweise müsste gefragt werden, welche eigentlich nicht?! Prinzipiell liegt Potenzial in jeder Fläche, die nicht 365/24/7 genutzt wird, und das wird — ob im Eigentum, zur Miete oder Untermiete — praktisch keine. Tatsächlich sind Büros bis zu 70% der Zeit nicht belegt, z.B. aufgrund Raumreserven, Umstrukturierungen, Teilzeitarbeit, Out-of-Office-Days, zu viel Platz. Über 500 Millionen Quadratmeter Bürobestand allein in Deutschland, ein Vielfaches davon weltweit. Ready for plug & work. Das zeigen zahlreiche Analysen und Belegungsmessungen — wohlgemerkt, aus der Zeit vor Corona und vor der massenhaften Ausweitung von Homeoffice. Arbeit „Zuhause“ wird nicht mehr auf das Niveau vor Lockdown zurückgehen. Die temporären Leerstände und durch die wirtschaftlichen Verwerfungen z.T. auch dauerhaften Leerstände sind heute noch größer.

Vorteil zeitliche und räumliche Flexibilität

Sharing ist nicht nur nachhaltig, sondern ermöglicht überdies die mehr denn je benötigte zeitliche und räumliche Büroflexibilität in der sich seit Corona noch stärker wandelnden Arbeitswelt — Stichworte Homeoffice, Coworking, New Work. Teams, Freelancer, Unternehmen sind dynamisch. Der Büromarkt ist aber geprägt von starren langfristigen Mietverträgen. Die Angebote von Coworking-Betreibern (wenige Standorte, vornehmlich Openspace, vergleichsweise teuer, Standardworkspace, zusammen mit fremden Dritten) reichen nicht aus. Gebraucht wird ein breites Angebot kosteneffizienter, zeitlich und räumlich flexibler Workspaces — nicht weniger als Office as a Service. Überall, wo Menschen arbeiten müssen oder wollen, ob in der Stadt oder am Land. Tatsächlich gibt es praktisch überall Büros und Workspaces. Wie gesagt, die Welt ist bebaut. Das gilt es zu nutzen.

Flächensharing ist übrigens auch eine interessante Option für Corporate Real Estate-Verantwortliche und Shareholder, die weniger Geld in Steine investieren wollen. Dabei sind Budgetrestriktionen, Finanzierung, Bilanzoptimierung, Kerngeschäftsfokus nicht die einzigen Gründe. Projektbezogenes Arbeiten, kurze Produktlebenszyklen und schnelle organisatorische Veränderungen verlangen besagte zeitlich und räumlich flexible Lösungen. Entsprechende Bereitsteller und Vermarkter von Flächen und Infrastruktur könnten also so manchen Corporate Real Estate Manager glücklich machen. Statt eigenem bzw. permanent angemietetem Quadratmeter mit potenziellem Leerstandsanteil „pay per use“, ein Kernprinzip der Sharing Economy.

„Airbnb“ für die Bürowelt: ShareYourSpace

Was es braucht, ist eine Drehscheibe, einen Marktplatz, um diese Potenziale verfügbar machen zu können. Einen solchen stellt das PropTech-Unternehmen ShareYourSpace mit seiner gleichnamigen digitalen Plattform. ShareYourSpace hat das Airbnb-Prinzip in die Bürowelt übersetzt. Sharing im Büromarkt wird ermöglicht durch die Vernetzung von Flächenbesitzern und Flächennachfragern, strukturierte Suchen, einfache Präsentations-, Anfrage-, Buchungs- und Bezahlprozesse, mobilen Zugriff, Lokalisierung und Umgebungssuche. Auf ShareYourSpace können alle mit Büroflächen (ob Eigentümer oder Mieter) ihre temporär freien Workspaces anbieten, und alle, die Workspace benötigen (vom Selbständigen bis zum Konzern), das zu ihrem Usecase passende Büro buchen. Ob ein technisch hochgerüstetes Büro für ein halbes Jahr für ein großes Projektteam, einen preisgünstigen Schreibtisch jeden Montag oder spontan morgen einen Konferenzraum mit Ausblick über die Skyline für ein Kundenmeeting.

Die unmittelbaren Vorteile: Der Vermieter verdient so mit seinen Flächen Geld bzw. reduziert seine Flächenkosten. Der Mieter findet sein ideales Büro auf Zeit — mit Blick auf Lage, Größe, Ausstattung, Preis. Maximal flexibel für beide Parteien. Darüber hinaus trägt dies zum Klimaschutz bei, von dem wir alle profitieren.

Auf shareyourspace.com finden sich heute schon Angebote in über 80 Städten und Regionen Deutschlands, es kommen laufend weitere dazu, darunter nicht nur klassische Büros, sondern auch ungewöhnliche Workspaces, etwa in Showrooms, auf Booten, in Kinos und an der Skipiste.

Ökosystem mit komplementären Bausteinen als Akzelerator

Ein sich in den letzten Jahren rasant entwickelndes Ökosystem an komplementären Angeboten und Services für eine flexible, nachhaltige Bürowelt erleichtert das Workspacesharing. Dazu zählen Sicherheitslösungen wie z.B. digitale Zugangskontrollen und Geofencing, Sensorik im Büro und am Arbeitsplatz, IT as a Service, nutzungsabhängige Gebäudesteuerung, Gesundheitsschutz wie beispielsweise staysafe für Workspaces vom ShareYourSpace Kooperationspartner TÜV SÜD und nicht zuletzt die Vernetzung von Mobilität und Arbeitswelten im Rahmen von Smart City-Konzepten. Der Markt der kurzzeitigen An- und Vermietung etabliert sich zunehmend.

Das Ergebnis: Durch Sharing wird Flexibilität in Büro- und Arbeitswelten gebracht. Darüber hinaus wird im Sinne der großen Herausforderung Klimaschutz der denkbar stärkste Hebel für mehr Nachhaltigkeit in der Immobilienindustrie bewegt, einem großen, globalen, bislang wenig nachhaltigen Wirtschaftssektor: Flächen werden besser ausgelastet, Ressourcen und Umwelt geschont.

Mitmachen ist das Gebot!

Apropos Klimaschutz als gemeinschaftliche Aufgabe: Beim Officesharing können sich alle mit Büro bzw. Bürobedarf beteiligen — multinationale Corporates, Mittelstand, kleine Unternehmen, Startups, Behörden, Hotellerie, Asset Manager, Freelancer etc. Je mehr mitmachen, desto größer der Effekt und desto näher das Ziel Klimaneutralität bis 2045. In diesem Sinne: Lasst uns alle Sharing- und Klimahelden sein. Be smart. Be sustainable. ShareYourSpace!

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